Valve präsentiert uns ein Jahr nach „Left 4 Dead“ den zweiten Teil der Horror-Serie und setzt dabei auf viel Altbewährtes und einiges Neues. Neben einigen technischen Veränderungen bringt der Titel sogar eine kleine Story mit sich, worauf die Entwickler im ersten Teil der Spielreihe verzichteten.
Story
Das Spiel beginnt mit einem sehenswerten Trailer, der stark an einen actionreichen Film erinnert. Die Untoten haben sich weiterentwickelt und sind durch einen neuartigen Virus zu unberechenbaren Gegnern geworden.
Sie können das Adrenalin in eurem Blut riechen…
Vier Personen sind auf der Flucht vor diesem Unheil und müssen für ihr überleben kämpfen. Coach, Ellis, Nick und Rochelle.
Gameplay
Die Levels laufen nach einem einfachen Schema ab: Von Punkt A wird gestartet, bis zu Punkt B durchkämpfen und alles vernichten, was sich einem in den Weg stellt. Dabei läuft ihr Horden von Zombies über den Weg, die es auf lebendiges Fleisch und warmes Blut abgesehen haben.
Bekannte Gegner wie Horden, Hunter, Smoker, Boomer oder die bösartige Witch sind auch wieder mit von der Partie, sowie einige Neulinge wie den Splitter, Charger oder den Mini-Tank, die euch mit vielen Litern Spucke beschäftigen.
Ein weiterer Feind, den man nicht unterschätzen sollte, ist die Dunkelheit. In einigen Abschnitten ist es daher notwendig eine Taschenlampe zu benutzen, um wenigstens ein bisschen was sehen zu können. Ihr müsst stets damit rechnen, dass ein Haufen Gegner vor oder hinter euch auftauchen, dann heißt es ballern was das Zeug hält.
Um dem voreiligen Tod zu entweichen, sollte man immer ein Verbandszeug dabei haben, um notfalls euch selbst oder einen Teamkameraden zu heilen, der am Boden liegt und auf eure Hilfe angewiesen ist. Adrenalinspritzen, Schmerzmittel oder Defibrillator-Einheiten sind weitere Methoden, jemandem wieder Leben einzuhauchen.
Auch bei den Waffen sind einige neue Eisen bereit, den Untoten das „Leben“ schwer zu machen. Wenn euch das Scharfschützengewehr, die Shotgun oder das Maschinengewehr zu langweilig werden, so könnt ihr nun auf Granatenwerfer oder etliche automatischen MG’s wie MP5 oder SG-552 zurückgreifen. Die großen Neuerungen im zweiten Teil sind allerdings Nahkampfwaffen, wo man bei Munitionsknappheit auch mal Kettensägen, Äxte oder Bratpfannen benutzen kann.
Neben den Gefechten müsst ihr öfters einzelne Aufgaben erledigen, um ein Weiterkommen in einem Level zu ermöglichen. Mal werdet ihr beauftragt, für einen Waffenhändler ein Cola aus dem Supermarkt zu beschaffen, welcher natürlich stark von Zombies überwacht wird, oder ihr müsst Benzinkanister füllen, um einen Wagen fahrtauglich zu machen.
Die Steuerung ist die gleiche wie gewohnt:
Mit beiden Sticks des XBox 360 Controllers lenkt ihr Blick und Figur, welchen ihr aus der Ego Perspektive steuert. Mit LT schlagt ihr mit eurer Waffe zu und mit RT wird geschossen. Das Steuerkreuz dient als Inventar, wo vier Nützliche Items zur Auswahl stehen, wie zum Beispiel Taschenlampe, Gesundheit, Rohrbomben oder Upgrades. Mit Y wechselt ihr die Waffen und ladet sie mit B nach. Türen öffnen oder Schalter betätigen macht ihr mit X und Hindernisse können mit A übersprungen werden.
Im übersichtlichen Heads-Up Display werden Fadenkreuz, die aktive Waffe sowie Munitionsanzeige und Nahkampfwaffe oder Reservepistole angezeigt.
Alle spielbaren Überlebenden besitzen die gleichen Fähigkeiten und Reaktionsgeschwindigkeiten. Die Dialoge im Spiel unterscheiden sich jedoch, je nachdem, welchen Charakter ihr spielt.
Multiplayer
Der Multiplayer ist das Herzstück von Left 4 Dead 2.
Schon im ersten Teil konnte das Spielen mit Freunden über XBox Live überzeugen und auch dieses mal macht es einen großen Spaß, die Zombies mit realen Freunden zu bekämpfen.
Im Hauptmenü kann man fünf verschiedene Spielmodi auswählen:
Versus – Dabei schlüpft ihr in die Rolle von einem der vier Überlebenden, oder ihr seid ein Vertreter von sieben Infizierten und müsst die Rettung der Überlebenden verhindern.
Realism-Modus – In dieser Spielvariante stehen euch keine taktischen Hilfsmittel zu Verfügung. Das heißt ihr werdet gezwungen, als Team zusammen zu arbeiten, zu kommunizieren und jeden Raum zu durchsuchen. Die Infizierten sind in diesem Modus widerstandsfähiger und am Körper schwerer zu verletzen. Da heißt’s auf die Köpfe zielen!
Survival-Modus – Mit einem Team müssen nicht endende Angriffswellen eliminiert werden. Es ähnelt sehr dem Finale der Kampagne, allerdings mit einem entscheidenden Unterschied: Es ist keine Rettung in Sicht. Dieser Modus ist ideal für kurze Spiel-Sessions.
Scavenge-Modus – Ihr spielt im Team und müsst Treibstoff suchen, während ein anderes Team als Infizierte alles versuchen, das zu verhindern. Da ein Timer abläuft, ist schnelles Handeln gefragt.
Einzelspieler – Die bekannte Solokampagne mit computergesteuerten Verbündeten, wo auch über Splitscreen ein Coop-Spiel möglich ist.
Ihr schlüpft in die Rolle von einem der vier Überlebenden.
Die Kampagne bietet euch fünf Umgebungen, wo ums Überleben gekämpft werden muss. Jeder Level hat ihre eigenen Bedrohungen, Umgebungen und Zombies, die mit etwas Taktik zu überwältigen sind.
Fazit
Left 4 Dead 2 hat sich mit sinnvollen Ergänzungen verbessert und sorgt zumindest online für einige nette Momente. Die Zombiejagt mit Freunden macht viel Spaß und ist aufregender, als alleine durch die Kampagne zu ziehen. Dennoch wird meiner Meinung nach zu wenig Neues geboten. Die Kampagne, wenn man sie so nennen will, ist etwas länger und es gibt mehr Waffen und noch mehr Zombies.
Aber der Spielablauf ist einfach zu hektisch und wenig nachvollziehbar. Die Grafik ist für heutige Maßstäbe nicht gerade aufregend, da vor allem das Design der Infizierten sehr emotionslos wirkt. Wenn man zum Beispiel mit einer Kettensäge auf einen Zombie losgeht, kann man kaum erkennen, ob dieser Körper nun in zwei Hälften gesäbelt wurde oder dieser einfach nur mit einem kleinen Rempler umgestoßen wurde.
Also im Großen und Ganzen: Der Horror-Shooter ist ein netter Zeitvertreib, aber gehört nicht zu meinen persönlichen Game-Highlights. Ich denke, dass vor allem Fans von Counterstrike oder Half Life auf jeden Fall zugreifen können, da mich das Handling und die Ähnlichkeit stark an diese Titel erinnert.
Ich schieße jedoch meine Zombies lieber in Dead Rising oder Resident Evil ab!
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