Publisher Ubisoft und das polnische Entwicklerteam Techland wagen sich ein weiteres Mal in ein für Ego-Shooter untypisches Terrain … den Wilden Westen. In einer filmreifen Story darf man sich mit Indianern, eifersüchtigen Ehemännern und vielen Bösen Jungs duellieren. Aber auch Liebe, Gold & Macht spielen eine wichtige Rolle.
Story
„Call Of Juarez – Bound In Blood“ ist die Geschichte der drei McCall-Brüder William, Ray und Thomas die auf einer Farm in Atlanta, Georgia leben. William ist Prediger und kümmert sich um die kranke Mutter, während Ray und Thomas für die Südstaaten in den Bürgerkrieg ziehen. Die Story beginnt in den letzten Tagen des Sezessionskrieges, als die Nordstaaten immer näher an die Farm der McCall’s anrücken.
Um dessen Zerstörung durch die Yankees zu verhindern, desertieren Ray und Thomas und reiten nach Hause. Doch sie kommen zu spät … daheim angekommen finden sie nur mehr ihre tote Mutter und ihr verwüstetes Haus vor.
Die Brüder beschließen in den Süden zu gehen, um Geld für den Wiederaufbau der Farm zu organisieren. Auf ihrer Reise erfahren sie von einem Schatz der Azteken, dem „Call Of Juarez“, der sich natürlich hervorragend für ihre Absichten eignen würde. Sie begeben sich auf ein Abenteuer, welches sie von Wild-Weststädten über weite Prärien mit Indianerreservats bis hin ins Land der Azteken, nach Mexiko führt. Obwohl William immer wieder versucht, seinen beiden Brüdern gut zuzureden,
versinken Ray und Thomas immer mehr in den Sumpf des Verbrechens. Es kommt sogar soweit, dass sie sich dem mexikanischen Gangster Juarez anschließen, um das Gold zu finden.
Doch das größte Problem jedoch ist, dass sich Ray und Thomas in dieselbe Frau verlieben … die Geliebte von Juarez. Dies und die Tatsache, dass ein ehemaliger General der Südstaaten hinter den beiden Deserteuren her ist, macht die Schatzsuche zu einem schwierigen Unterfangen.
Spielablauf
Das Abenteuer der McCall-Brüder ist in 10 Missionen aufgeteilt. Vor jeder Mission kann man sich aussuchen ob man in die Rolle von Ray oder Thomas schlüpfen will. Jeder der beiden Brüder hat seine Vor- und Nachteile. Ray ist stark und kann mit Dynamit hantieren. Thomas ist beweglicher, hat ein Lasso (zum Hochklettern) und zielt besser als sein Bruder.
Je nachdem, welchen der beiden Charaktere man auswählt, muss man mit dessen speziellen Fähigkeiten versuchen die Missionen zu bewältigen. Der andere Bruder unterstützt einen dabei als KI mit viel Feuerkraft. Die Bandbreite der Waffen reicht vom einfachen Colt über diverse Gewehre bis hin zu feststehenden Gattlings.
Jede Mission beginnt mit einer Geschichte von William, gefolgt von einer animierten Sequenz in der der weitere Missionsablauf besprochen wird. Danach startet die Jagd auf die Bösewichte. Von den getöteten Kontrahenten kann man neben deren Waffen auch ihr mitgeführtes Geld erbeuten, welches wiederum in neue Waffen und Munition investiert werden kann. Außerdem füllt jeder verwundete oder getötete Gegner die Anzeige des „Konzentrationsmodus“. Ist dieser vollständig aufgefüllt, kann man für einen kurzen Zeitraum in einen „Slow-Motion-Modus“ wechseln, in dem es leichter ist, eine größere Anzahl von Bösen Jungs zu erschießen. Auch hierbei unterscheiden sich die beiden Brüder. Während man bei Ray zuerst alle Gegner markiert und er dann diese selbständig umlegt, knallt man mit Thomas einen Bösewicht nach dem anderen um.
Eine neue Innovation ist das automatische „in Deckung gehen“. Sobald man sich einem Objekt nähert, welches sich zur Deckung eignet (Mauer, Kisten, Bäume) verschanzt sich der eigene Charaktere dahinter. Dies ist in brenzligen Situationen sehr hilfreich, da man sich so mehr auf das Zielen & Schießen konzentrieren kann.
Sind alle Bösen Jungs beseitigt, trifft man in einem Duell Mann gegen Mann auf den jeweiligen Endgegner. Hier muss man versuchen, als erster beim Glockenschlag seine Waffe zu ziehen und den Bösewicht in die ewigen Jagdgründe zu schicken. Sieht sich der Kontrahent die Radischen von unten an ist die Mission beendet und man erhält eine ausführliche Statistik über Treffsicherheit der eigenen Spielfigur.
Grafik & Kartenaufbau
„Call Of Juarez – Bound In Blood“ besticht mit einer fantastischen Grafikumsetzung die ein wahrheitsgetreues Bild des Wilden Westen (so wie wir es aus den Filmen kennen) wiederspiegelt. Nicht nur die Hintergründe sondern auch die einzelnen Objekte wie Häuser, Kutschen oder Waffen sind sehr detailreich ausgeschmückt. Die Gebäude sind alle so verschieden aufgebaut, dass kein Haus dem anderen gleicht.
In den einzelnen Missionen kann man sich auf der Karte nicht wirklich frei bewegen … die jeweiligen Wege werden meistens vom eigenen Bruder vorgegeben. In vereinzelnden Zwischenmissionen ist dies jedoch möglich und so kann man noch ein paar Sonderaufträge erledigen um zusätzliches Kapital für Waffen zu lukrieren.
Fazit
Mit dem 2. Teil von „Call Of Juarez“ ist es Techland und Ubisoft wieder gelungen, den Wilden Westen in einen Ego-Shooter zu packen. Wer bereits Teil 1 gespielt hat, wird das Ende von „Bound In Blood“ erahnen können, da dies ein Prequel des Vorgängers ist.
Die Story könnte aus der Feder eines Hollywoodregisseurs stammen … ein abwechslungsreiches Drama über Liebe, Macht und Gier. Abgerundet wird das Ganze mit dem typischen Western-Soundtrack, der einem das Feeling von Clint Eastwood oder den Bud Spencer & Terence Hill Filmen sehr nahe bringt.
Einzig der nicht vorhandene Koopmodus, welcher sich durch die zwei Hauptcharaktere aufdrängen würde, schmälert die Gesamtbeurteilung ein wenig. So muss man sich eben alleine durch den rauen Westen schlagen.
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Unvorstellbar dass in dieses Spiel kein Coop-Modus eingebaut wurde… Sind sie warscheinlich nicht mit dem Programmieren fertig geworden…
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