Mit dem RC 44 Tour-Einstieg eines heimischen Syndikates schrieb man bereits Geschichte. Jetzt wollen Christian Binder und Co. bei ihrem Race-Debüt vor Cagliari die Füße am Boot behalten und langfristig zum Stolperstein mutieren.
Lassen wir die Kirche im Dorf. Bereits die Tatsache, dass ein heimisches Team mit mehrfachen America´s Cup Siegern in den Ring steigt, ist sensationell. Womit im Rahmen des ersten Gipfeltreffens, kommende Woche vor Sardinien (22.-26. April), eine allzu große Erwartungshaltung an Größenwahn grenzt.
Der Höhepunkt ist mit dem Heimspiel vor Gmunden, der RC 44 Austria Cup wird von 26.-31. Mai ausgetragen, vorprogrammiert, der knapp zehntägige Abstecher nach Cagliari dient somit als Richtungsweisende Standortbestimmung. Trotz einer umfangreichen, wenn auch sehr frostigen Vorbereitung – „wir sind Mitte Dezember noch gesegelt und haben im Frühjahr bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt wieder mit der Wasserarbeit begonnen“ – spuckt man im Lager der heimischen Neun leise Töne. Christian Binder, sportlich Leiter und Steuermann in den Match Race Entscheidungen „wird nicht in Ehrfurcht erstarren“, doch man müsse sich einfach bewusst sein, gegen wen man zu Felde zieht. Ein Großteil der America´s Cup Szene hält sich im Rahmen der RC 44 Championship Tour für kommende Cup-Aufgaben fit. Dean Barker ist gegenwärtig Steuermann von Emirates Team New Zealand, Russell Coutts Teamchef bei BMW Oracle Racing, Sebastien Cole (FRA) führt die Match Race Weltrangliste an, der Pole Karol Jablonski gilt seit seinem Valencia Debüt als die AC-Entdeckung.. „Das einzige Team, das keinen hoch dekorierten AC-Profi im Cockpit hat, sind wir“, weiß Binder.
In welcher Disziplin – pro Rennwochenende werden jeweils drei Sieger gekürt – und vor allem wie man trotz der namhaften Konkurrenz punkten möchte? „Im Duell Boot gegen Boot, also im Match Race Segeln fehlt uns schlichtweg die Praxis. Im Fleet- und Long Distance Race könnte uns hingegen die eine oder andere Überraschung gelingen“, so der Himberger Segelmacher, der das Steuer im Fleet Race an Eigner Rene Mangold abgibt.
Im Vordergrund steht jedenfalls das Sammeln von Erkenntnissen und Eindrücken, zumal ab 10. Mai die finale Vorbereitungen auf dem Traunsee beginnen. „Im Rahmen des Cagliari Cups wollen wir uns den Respekt der Konkurrenz verdienen, zu Hause sieht die Sache freilich anders aus.“
TEAM AUSTRIA: Steuermann Match Race: Christian Binder
Steuermann Fleet Race: Rene Mangold
Trimer Spi: Franz Fellner
Trimmer Großsegel: Werner Ebenhöh
Trimmer Genua: Stefan Glanz
Pit: Armin Raderbauer
Bugmann: Markus Schlesinger
Tailer: Thomas Czajka
Grinder: Bernd Mayr
ZEITPLAN RC 44 Cagliari Cup:
22.-23. April Match Race
24.-25. April Fleet Race
26. April Long Distance Race
(Das Programm ist provisorischer Natur, die Reihenfolge der Entscheidungen kann seitens der Wettfahrtleitung jederzeit geändert werden)
DIE GEGNER (in Klammer jeweils die Eigner und Profi-Skipper):
Team Aqua, Chris Bake / Cameron Appleton
Team Ceeref, Igor Lah / Sébastien Col
Sea Dubai, DIMC, Markus Wieser
BMW ORACLE Racing, Larry Ellison / Russell Coutts
Team Organika, Maciej Nawrocki / Karol Jablonski
Puerto Calero Islas Canarias, José Juan Calero / Jose Ponce
Artemis, Torbjorn Tornqvist / Dean Barker
No Way Back, Pieter Heerema / Philippe Presti
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