Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und das Fraunhofer Institut IPA (Institut Produktionstechnik und Automatisierung) haben ihre jeweils eigenen Konzepte von Robotersystemen vorgestellt.

Fraunhofer IPA - Haushaltsassistent Care-O-bot 3

2008_10_T1_1 Eine Hilfe für den Haushalt, wer wünscht sich das nicht? Mobile Serviceroboter wie Care-O-bot® 3 sollen hier künftig Abhilfe schaffen. Care-O-bot® 3 ist bereits in der Lage, selbständig Hol- und Bringdienste durchzuführen und damit z.B. seinem Benutzer ein Getränk aus der Küche zu holen und zu überreichen. Diese für Menschen einfach zu lösende Aufgabe erfordert auf Seiten des Roboters eine Reihe komplexer Fähigkeiten:

  • Autonome Navigation in dynamischen Umgebungen (durch omnidirektionale Plattform mit vier gelenkten und angetriebenen Rädern ermöglicht)
  • Objekterkennung und -lokalisierung mittels Farbkamera und 3-D-Umgebungserfassung (u. a. auch die Möglichkeit, neue Objekte eigenständig zu erlernen)
  • Kollisionsfreie, redundante Manipulation (aufgrund des hochflexiblen Arms, der mit sieben Freiheitsgraden sowie einer 3 Finger-Hand mit taktilen Fingerflächen ausgestattet ist)
  • Sichere, multimediale Interaktion mit dem Menschen
  • flexible Gestaltung des Designs je nach Einsatzgebiet

Die primäre Schnittstelle zwischen Care-O-bot 3 und dem Benutzer besteht aus einem an der Vorderseite angebrachten Tablett, das darauf Objekte tragen kann. Dieses Tablett ist auch gleichzeitig ein Touch-Screen, der sich bei Nichtgebrauch automatisch einklappt.

Weiters ist der Care-O-bot 3 auch in der Lage, einfache Gesten zu erkennen und darauf zu reagieren. Aufgrund der physischen Interaktion zwischen Mensch und Roboter ist es möglich, neue Bewegungsabläufe zu erlernen. So kann man den Care-O-bot auch mittels Führung des Roboterarms durch den Menschen ein neuer Bewegungsablauf (z. B. Reinigen des Tisches, Holen einer Getränkeflasche) einprogrammiert werden.

Als Technologieplattform bietet Care-O-bot® 3 nicht nur die Basis für die Erprobung Weiterentwicklung und dieser Schlüsselkomponenten, sondern kann auch schon für die Lösung einfacher Assistenzaufgaben eingesetzt werden.

Fraunhofer bietet den Care-O-bot 3 Unternehmen oder Forschungsinstituten als Forschungs- und Präsentationsplattform an. Zu letzterem hat Fraunhofer IPA auch die "Mobilen Unterhaltungs- und Informationsroboter" im Programm, damit Unternehmen z. B. ihren Kunden eine interaktive Führung durch den Verkaufsraum oder durch das Museum (inkl. Begrüßung, Unterhaltung, usw.) anbieten können.

Mehr Information unter: http://www.care-o-bot.de

DLR - Humanoides Zwei-Arm System

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt hat Live ihr experimentelles Zwei-Arm-System präsentiert. Die Entwicklung Humanoider Roboter hat in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht. Dabei sind beeindruckende laufende Robotersysteme entstanden. Zielsetzung der Entwicklung war es, einen menschenähnlichen Oberkörper mit 2 Armen und Händen zu schaffen, mit dessen Hilfe Programmier- und Regelungskonzepte für beidhändige Manipulation getestet werden können. Und das ist ihnen auch gelungen:

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Beim Aufbau des Systems konnte auf Vorarbeiten des Instituts, den DLR Leichtroboter und der mehrfach ausgezeichneten DLR Hand zurückgegriffen werden. Der neu entwickelte Torso vergrößert den durch die Arme vermittelten Greifraum der Roboterhände, ähnlich wie der Mensch seinen Arbeitsraum durch Bein- und Rumpfbewegungen vergrößert.

Beidhändige Manipulation kann regelungstechnisch auf verschiedene ARten behandelt werden. Beim Greifen einer großen Kiste kann ein Arm als Master fungieren, während der andere lediglich der Bewegung folgt. Ein intuitiver, am DLR verfolgter Ansatz beschreibt die gewünschte Bewegung der Kiste. Die Arme sind über virtuelle Federn an die Kiste gebunden. Das Gesamtsystem (also der Roboter) setzt sich aus 2 Armen mit je 7 Freiheitsgraden, 2 Händen mit je 12+1 Freiheitsgraden, einer Pan Tilt Einheit für den Kopf mit 2 Freiheitsgraden und einem Torso mit 3 Freitheitsgraden sowie einem passiv gekoppelten Gelenk zusammen. Das bedeutet 43 regelbare Freiheitsgrade. Ebenso wurden in den Fingerspitzen jeweils Sensoren mit 6 Freiheitsgraden eingebaut.

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Mehr Information unter: http://www.robotic.dlr.de


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geschrieben von norbert in: Ankündigung, CeBIT2009, Forschung, Innovation, Messen |

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