Am 7. November ist die Fortsetzung des preisgekrönten Action-Shooters Gears of War -Gears of War 2 - erschienen. Ist es Microsoft und Epic gelungen, erneut einen wegweisenden Shooter zu liefern, der alles bisherige in den Schatten stellt?
Beginnen wir mal mit der Story. Wie auch im ersten Teil kämpft die Menschheit gegen die Locust auf dem Planeten Sera. Dom (Dominic Santiago), ein Mitglied im Team, ist auf der Suche nach seiner Frau Maria die von den Locusts gefangen genommen wurde. Seine Leidensgeschichte weckt Emotionen und ist Teil der Story und der Zwischensequenzen. Somit kämpfen sich Marcus Fenix, der Held aus dem ersten Teil, und sein Trupp (z. B. Augustus Cole, Damon Baird, Tai Kaliso, uvm., ebenso wie einem "Neuen" nämlich Anthony Carmine) in klassischer Shooter Manier auf dem Planeten bis zur Locust Königin durch. Aber das ist ein steiniger Weg. Unterstützt wird das Team von Anya Stroud und Jack, einem praktischen schwebenden Roboter, der Türen öffnen oder Netzwerke hacken kann. Ebenso dient er zur Kommunikation mit Anya und ist da, wenn man ihn braucht.
Der erste Akt dient einerseits zur Eingewöhnung auf die Steuerung, andererseits ist das der Start eines wirklich langen Levels. Begonnen wird mit dem Säubern eines von Locust besetzten Krankenhauses, anschließend geht es über ein riesiges Schlachtfeld hin zu einem verschneiten Bergdorf. Das ganze erfolgt mittels riesigen Kampffahrzeugen, von denen Fenix und seine Schergen aus den Locust Angriff abwehren müssen. Unterstützend dabei dienen spezielle, auf den Fahrzeugen montierte Großkaliber-Kanonen. Und hier zeigt das Spiel schon seine Stärken -Action pur, facettenreiches Leveldesign, abwechslungsreiche und komplexe Spiel-Abschnitte und die exzellente Grafik.
Hervorzuheben ist die grafische Umsetzung der Charaktäre und der Umgebung. Somit schaut Marcus Fenix noch grimmiger, wenn er die Augenbrauen hochzieht, oder wird die Sicht im Spiel schlechter, sobald es regnet. Da zeigt die Epic-Engine, was sie wirklich drauf hat. Generell ist die Farbgebung etwas "bunter" als beim ersten Teil von Gears of War. Wobei beklemmende Szenen dunkel (Farben & Kontrast), andererseits Szenen mit hohen Kontraste und Farben dargestellt werden. Ein gute Beispiel ist speziell im letzten Level der Sonnenuntergang - ein unvergessliches Erlebnis.
Die künstliche Intelligenz wurde verbessert, die Gegner gehen teilweise strategisch vor und stehen nicht als Kanonenfutter in der Gegend herum. Dom, einer der Charaktere im Spiel - ein durchgeknallter Kerl - holt einem oft aus dem Schlamassel. Das bedeutet, sobald man getroffen in der eigenen Blutlache liegt, hilft er einem wieder hoch.
Generell gibt es in Gears of War 2 mehr Gegner-Typen, die auch mit größeren Geschützen ausgestattet sind, und in "Massen" auf Marcus und sein Team los stürmen. Auch Marcus hat neue Waffengattungen, auf jeden Fall ist wieder das MG mit integrierter Kettensäge mit dabei! Setzt man die Kettensäge ein, wird der Nahkampf besser als in der ersten Version dargestellt. Zwar brutal, aber effizient kann ein Locust entweder von unten oder oben "angesägt" werden. Doch Vorsicht: hat ein Gegner ebenfalls eine Kettensäge wird`s haarig - da gilt es den schnellen Finger zu haben, um die "A"-Taste schneller und energischer zu drücken als der Gegner, um das Gemetzel zu gewinnen. Das dauert nur Sekunden, aber bringt einen Adrenalinstoß der einem diese Art des Kampfes schmackhaft macht.
Das Waffenarsenal wurde mit einem Flammenwerfer, großen mobilen Geschützen, die Gatling-Gun oder Mörser erweitert. Der Flammenwerfer ist im Nahkampf gut einsetzbar, mit dem Mörser können mit etwas Übung die Locust-Massen "großflächig entfernt" werden. Praktisch ist das Scharfschützengewehr auf Distanz, zu berücksichtigen ist aber, dass nach jedem Schuss nachgeladen werden muss und (bis auf den Kopfschuss) ein Treffer am Gegner nicht tödlich ist. Natürlich können die Waffen der Feinde ebenso benutzt werden.
Damit Marcus und seine Schergen nicht immer zu Fuß unterwegs sein müssen, gibt es verschiedene Fortbewegungsmittel wie APC`s, Centaur Tanks, Junker oder Assault Derricks. Die grafische und akustische Umsetzung der Fahrzeuge ist ebenso überwältigend wie das handling, da passt alles zusammen.
Die Gegner beschränken sich natürlich nicht nur auf die Locust`s. Neben den Tickers (lästige explodierende "Zecken"), Berserker (kennen wir ja schon) und Boomers (langsame Locusts in mehreren "Ausführungen" wie Bloodmounts, Grinders, Maulers) gibt es noch Brumaks (Riesenmonster mit Riesenwumme am Buckel), Corpsers (Höhlenbewohner mit Spinnenbeinen und gut bewaffnet), Dronen (Kanonenfutter), General Raam mit großer Maschinenkanone), Kantus, Rocketworms, und viele mehr. Alle mit unterschiedlichen Waffen zu bekämpfen, oder mittels Kettensäge zu "entfernen".
Die sogenannten Boss Gegner gibt es natürlich wieder, speziell einer - der Wurm - wird über längere Zeit (Level) hinaus - auch von innen - bekämpft. Ob im Wasser oder zu Lande, die Boss Gegner zu bekämpfen kostet gerade beim ersten Mal doch einiges an Zeit. Bis man den Trick oder das Ziel herausgefunden hat kann es sein, dass man doch schon mal öfter beim letzten Speicherpunkt beginnen muss.
Was nun natürlich den kommunikativen Zocker interessiert, sind die Mehrspieler-Modis. Die gibt es natürlich auch bei Gears of War 2, nämlich den klassischen Multiplayer Modus und den Koop-Splitscreen-Modus. Wobei natürlich letzterer auch massiv viel Spaß macht. Übrigens haben wir das komplette Spiel von Anfang an im Co-op Splitscreen Modus gespielt. Und wir hatten dabei sehr viel Spaß. Ein tolles Feature beim Co-op Modus ist, dass der Partner jederzeit ins Geschehen eingreifen kann. Und das auch mit seinem eigenen Schwierigkeitslevel.
Neben den bereits bekannten Multiplayer Modis haben die Entwickler von Epic noch neue Ideen einfließen lassen. Das sind "Meat Flag" (Flagge muss von einem nichtspielbaren Charakter der mit Punpgun wild um sich herumschießt erobert werden, indem man ihn als menschliches Schutzschild verwendet um in die eigene Basis zu kommen, was ihn aber wieder noch aggressiver macht), "Horde" (5 Spieler kooperieren um einen Horde-Angriff abzuwehren bzw. auszulöschen, wobei jede Offensive der Locusts den Schwierigkeitsgrad steigert) und "Wingman" (10 Spieler auf einer Karte, paarweise mit denselben Charakter im Deathmatch unterwegs ).
Fazit: Bei Gears of War 2 zeigt sich, wieviel Mehrstunden und Herzblut der Epic Entwickler in das Spiel eingeflossen sind. Die Grafik ist exzellent, das Gameplay ist facetten- und abwechslungsreich, die Story perfekt umgesetzt, der epische Sound bombastisch und der Spielspaß im Single- als auch Multiplayer enorm. Es gibt viele Feinheiten, teilweise auch witzige Passagen und extrem tolle Szenen im Spiel, die einem immer wieder positiv überraschen. Epic hat es meiner Ansicht nach wieder geschafft, die Latte für die Qualität und den Anspruch eines perfekten Action-Shooters wieder um eine Stufe höher zu legen. Gears of War 2 ist für Shooter Fans (oder Spieler, die mal wissen möchten, was man aus der Xbox360 holen kann ;-)) ein absolutes muss!
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