The Club - was soll denn das sein?
Auf der letzten Ausgabe des leider nur in UK erhältlichen OXM Magazins (was übrignes ein wirklich tolles Xbox 360 Magazin ist) war auf der beigepackten Disc eine Demo von "The Club" enthalten. Nachdem ich über das Spiel noch nicht viel gehört habe war ich natürlich neugierig und musste es mal anspielen.
Eigentlich habe ich mit einem 08/15 Egoshooter gerechnet, aber es kam alles anders….
Wenn mir einer erzählt hätte, er möchte Burnout und Dead Or Alive mischen und daraus einen Shooter machen, hätte ich ihn wohl ausgelacht. Bizarre Creations zeigte sich von meinem Gelächter wenig beeindruckt und brachte mit "The Club" einen Titel mit einem völlig neuen und erstaunlich coolem Spielprinzip auf den Markt.
Der Hintergrund ist schnell erklärt: ein paar üblen Zeitgenossen ist langweilig und sie gründen weil ihnen nichts besseres einfällt eine Organisation mit dem sprechenden Namen "The Club". Diese Typen sind auch die Charaktere die sich im Spiel wählen lassen und dementsprechen mit Waffen (ja, es ist trotzdem ein Shooter) und Fähigkeiten ausgerüstet sind.
Das Spielprinzip
Das Menü gestaltet sich wie bei einem Beat-Em-Up á la Dead Or Alive oder Tekken, man kann einen in den verschiedenen Spielmodi einen Charakter und einen Spielort wählen und dann geht es los. Aber was geht eigentlich los? Tja, hier wird das Spiel vom Beat-Em-Up Style zum Burnout-Style. In verschiedenen Spielmodi muss man versuchen möglichst viele Punkte zu machen. Diese sammelt man durch (ja, es ist immer noch ein Shooter) Beförderung der zahlreichen Komparsen in das Jenseits der Konsole. Hier kommt dann auch noch ein bisschen Project Gotham Racing dazu, denn im bekannten Kudos-Stil bekommt man Bonuspunkte für Killer-Combos und auch für besonders schöne Kills. Ein schöner Kill wäre zum Beispiel indem man eine Tür eintritt und dann während man von dem dahinter befindlichen Balkon einen doppelten Rückwärtssalto hinuter macht 3 Leuten per Headshot das Lebenslicht aushaucht… Alles klar? Wie bei PGR legt man auch hier vor dem Spiel fest wie viele Punkte man gedenkt zu machen, ich habe es über die erste Stufe noch nicht hinausgeschafft…
In diesem 3 Minuten Video kann man sich ein perfektes Bild vom Spiel machen, es zeigt wie jemand (leider nicht ich) das Demolevel auf der schwersten Stufe schafft. Die Auflösung ist leider nicht so toll, aber im Original ist die Grafik wie sich vielleicht erahnen lässt ein Hammer. Viel Spaß beim zuschauen!
Die Spielmodi
Sprint: Man läuft durch das Level wie bei Doom und versucht auf dem Weg möglichst viele Punkte zu machen. Combos, Combos, Combos! Am besten gar nicht abreißen lassen!
Siege: Man ist in einem kleinen geschlossenen Areal gefangen und die bösen Buben laufen von allen Seiten nur so auf einen zu. Man muss die vorgegebene Zeit überleben und dabei (ja, richtig geraten) möglichst viele Punkte machen.
Time Attack: Wie bei jedem Autorennspiel muss man hier eine gewisse Anzahl Runden durch ein Level in einer gewissen Zeit bestehen. Für Kills und Combos bekommt man Zeitbonus und Punkte.
Survivor: Ähnlich wie Siege, nur hat man das ganze riesige Level zur Verfügung und dementsprechen mit einer noch größeneren und böseren Zahl an Gegnernzu rechnen.
Run the Gauntlet: Quasi ein Wettrennen durch ein Level. Eine Mischung auch Sprint und Time Attack. Man läuft von A nach B und auf dem Weg bekommt man ein paar Komparsen serviert die sterben wollen. Umso mehr dieser Wünsche man erfüllt, und das in der schnellsten Zeit, umso besser für den Score.
Die Charaktere
Renwick: Das ist leider der einzige Charakter den man in der Demo auswählen kann. Er ist ein hoher aber korrupter New Yorker Bulle der früher gegen den Club ermittelt hat. Als man ihm von dem Fall abzog ist er kurzerhand als Mitglied zurückgekehrt. Für den Club auch eine kleine Versicherung, dass man nicht zu viele Probleme mit dem NYPD bekommt. Er ist quasi der 08/15 Charakter des Spiels, daher wahrscheinlich auch im Demo freigeschalten.
Finn: Ein Pokerspieler im weißen Anzug. Von den Fähigkeiten recht durchschnittlich, aber auf jeden Fall Style Note 1!
Dragov: Ein richtiger Ungustl aus Sibirien. Er erinnert irgendwie an Ivan Drago aus Rocky. Er ist sehr langsam, aber dafür verdammt stark und ausdauernd.
Kuro: Ein asiatischer Undercover Cop der in den Club eingeschleust wurde um das ganze zu beenden, oder doch nicht? Im typischen Hong-Kong-Stil ist er verdammt schnell und wendig, aber etwas schwach bei Kräften.
Killen: Ein Hispano und der einzige Überlebende des letzten Clubs. Demensprechend brutal und nicht gerade der Typ mit dem man gerne Tapas essen geht. Alle erklären ihn verrückt, weil keiner den Club zweimal überleben kann und das ist er definitiv auch!
Seager: Ein neureicher Twen mit dem Hang zum Extremen. Er hat sich entschieden zu töten statt zu arbeiten. Wirkt wie ein Surfertyp, aber er hat’s auf jeden Fall drauf, denn der Club nimmer nicht jeden… Realtiv schwach mit Muckis, aber recht schnell und Ausdauernd.
Nemo: Dieser Typ ist wohl der seltsamste im ganzen Spiel. Wie der Name sagt ist er ein Uboot, niemand kennt seine Identität und warscheinlich kennt er die nicht mal selbst. Er hatte irgendeinen Unfall und versteckt sich seitdem hinter einer Maske. Für ihn außerdem blöd, dass er nicht mal einen Funken Verstand übrig hat und nur mehr daran denkt Leute umzubringen (versteckt sich etwa George W hinter der Maske), aber für den Club kann das recht hilfreich sein. Er ist verdammt schnell und wendig und auch relativ stark, einzig mit der Ausdauer hapert es.
Fazit
Mit The Club ist Bizarre Creations (Sega) ein wirklich bizarr kreiertes Spiel gelungen. Das völlig neue Spielprinzip hat absolutes Suchtpotential. Man ärgert sich immer wieder wenn eine Combo abreißt und will das beim nächsten Mal auf jeden Fall besser machen. Ich war mit den 2 verfügbaren Levels und dem einzigen Charakter 3 Stunden am Sofa gefesselt und befürchte dass das vollständige Spiel Wocheneden off- und online kosten könnte…
Da das Spiel in Deutschland auf dem Index geladet ist ("sinnlose Gewalt, übermäßig viel Blut") wird es wohl nicht auf Deutsch übersetzt werden, aber das stört keineswegs. Wie gesagt geht es hier sowieso nicht um langatmige Dialoge oder gar Missionsziele. Es ist vielleicht nichts für Leute, die bei Shootern eine tolle Story oder komplexe Handlungsstränge erwarten, aber es ist allemal eine verdammt kurzweilige Abwechslung sowohl alleine, also auch über Splitscreen oder Xbox Live.
Seit gestern ist es bei Amazon.de als uncut UK-Import erhältlich, also: zugreifen solange es noch verkauft werden darf!
(Link zu dem Spiel auf Amazon)
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